Brückenbau-Wettbewerb
2025
Brückenbau-Wettbewerb
2025
Rekord: Brücke aus Glacestäbchen trägt eine Last von unglaublichen 3,6 Tonnen!
25 Teams mit 55 Lernenden und Studierenden FH aus allen drei Landesteilen präsentierten am 5. Nationalen Brückenbau-Wettbewerb des VSS im Kongresshaus in Biel ihre Konstruktionen. Die Studierenden und die Lernenden der Berufe Zeichner/in und Zimmerleute durften für ihre Brückenmodelle ausschliesslich Glacestäbchen und Leim verwenden. Höhepunkt war der Bruchtest auf dem Prüfstand: Bei den Studierenden wiederholte das Team der Berner Fachhochschule seinen Sieg aus dem Vorjahr mit einem neuen Rekord. Ihre rund 1,5 kg leichte Konstruktion trug eine Last von unglaublichen 3,6 Tonnen! Frauenpower der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon dominierte den Wettbewerb der Lernenden.
Aus Glacestäbchen und Holzleim mit Kreativität, Intuition und bestenfalls noch etwas Ingenieurfachwissen eine tragfähige Brücke konstruieren: Mehr braucht es nicht, um am Nationalen BrückenbauWettbewerb der Schweiz teilzunehmen. Dementsprechend gross war das Interesse der Berufsschulen aus den drei Sprachregionen. Die 42 teilnehmenden Lernenden der Berufe Zeichner/in aus den Fachrichtungen Ingenieurbau, Geomatik, Architektur, Landschaftsarchitektur oder Raumplanung sowie Zimmerleute konstruierten ihre Brückenmodelle in ihrer Freizeit und investierten dafür bis zu 60 Stunden. Bei vielen Teams reichten aber 10 bis 20 Stunden, einige Brücken wurden sogar erst in der Nacht vor dem Wettbewerb fertiggestellt. Den BrückenbauWettbewerb organisiert der VSS zusammen mit dem Ingenieurbüro AJS.
Junge Menschen begeistern
Die Präsentation der Brückenmodelle im Kongresshaus in Biel zeigte die ganze Bandbreite der Kreativität der Lernenden und Studierenden: von elegant und leicht bis massiv und schwer, inspiriert von klassischen Formen oder einfach der freien Fantasie entsprungen, minutiös bis ins letzte Detail ausgearbeitet oder eher improvisiert. Auch VSS-Präsident Jean-Michel Germanier freute sich über die grosse Vielfalt der präsentierten Modelle. Für ihn hat der Brückenbau-Wettbewerb, der in vielen Ländern schon seit Jahren etabliert ist, noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Effekt: «Wir wollen mit diesem Wettbewerb bei jungen Menschen vor allem auch das Interesse am Bau von Infrastrukturen wecken. Anhand eines konkreten Projekts erlangen sie spielerisch viele Erkenntnisse, die sie sich sonst oft mühevoll aneignen müssen. So sollen die Modelle nicht nur stabil, sondern auch möglichst effizient und ästhetisch sein.»
Höhepunkt der Veranstaltung war der Belastbarkeitstest, mit dem die stabilste und die effizienteste Brücke gekürt wurde. Um einen fairen Wettbewerb zu garantieren, mussten sich alle Teams an klare Vorgaben halten (siehe Box unten). Dennoch waren die Unterschiede in der Stabilität der einzelnen Brückenmodelle riesig: Während zahlreiche Brücken schon unter einer Last von weniger als 200 kg brachen, trugen die zwei stabilsten Konstruktionen bei den Studierenden über eine Tonne. Die Siegerbrücke erreichte sogar eine Maximallast von unglaublichen 3,6 Tonnen. Dieses «Kunststück» vollbracht hatten die Titelverteidiger Jonas Held und Dominik Keller von der Berner Fachhochschule. Sie waren nochmals mit der gleichen Brücke wie im Vorjahr angetreten, weil damals beim Rekord von zwei Tonnen nicht die Brücke, sondern der «Druckschuh» (Holzstück für die Lastverteilung) brach. «Obwohl wir im Vorjahr trotz dieses Vorfalls gewonnen haben, waren wir enttäuscht, dass wir nicht zeigen konnten, wie viel unsere Brücke wirklich tragen kann», erklärt Keller. «Unsere prognostizierten vier Tonnen haben damals alle noch mit einem mitleidigen Lächeln zur Kenntnis genommen.»
Nun haben es die beiden Studenten allen gezeigt. Sie haben die leichten Beschädigungen, die im Vorjahr durch den gebrochenen Druckschuh entstanden sind, repariert. Mit 50 zusätzlichen Gläcestäbchen und nach vier zusätzlichen Stunden Arbeit war die Brücke wieder bereit für den Wettbewerb 2025 – und für den neuen Rekord.
Über 60 Stunden investiert
Die Basis dafür haben die beiden BauingenieurStudenten also bereits bei ihrer ersten Teilnahme gelegt, als sie rund 60 Stunden Arbeit in ihr Modell investiert, alles minutiös berechnet und Schwachstellen am Computermodell eruiert und verstärkt hatten. Am Schluss wurden dann noch alle Teile mit viel Druck verleimt. Diese professionelle Vorgehensweise hat ihnen nicht nur den Sieg in der Kategorie «Maximallast» eingetragen. Ihre Brücke war zwar die schwerste im ganzen Teilnehmerfeld, doch hinsichtlich Stabilität der Konkurrenz derart überlegen, dass sie gleichzeitig auch zur effizientesten Brücke gekürt wurde. Die Effizienz der Brücke wird dabei nach der erreichten Tragfähigkeit in Relation zum Eigengewicht bewertet. Diese Bewertungsformel belohnt jene, die mit einem Minimum an Materialverbrauch zur effizientesten Lösung kommen – ganz im Sinne einer ressourceneffizienten Wirtschaft.
Frauenpower bei den Lernenden
Frauenpower prägte den Wettbewerb der Lernenden: Chiara Perrone und Noe Schillig von der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon siegten in der Kategorie «Maximallast». Ihre Brücke brach unter einem Gewicht von 641 kg. Das reicht gleichzeitig auch zum zweiten Platz in der Kategorie «Effizienteste Brücke», die vom anderen Team der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon (Gianluca Rey, Mattia Sciacovelli, Patrice van Galen) gewonnen wurde.