Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

VSS 11 2014

unterwegs. Bei der Intermodalität werden für eine Ortsver- änderung verschiedene Verkehrsmittel genutzt. Intermoda- les Verhalten erfordert also einen Umsteigevorgang an einer Schnittstelle und kann auch als Anschlussmobilität bezeich- net werden (siehe Abb. 2). Als Beispiel kann der Architekt genannt werden, der zum Zwecke eines Kundenbesuchs für die letzte Meile von der Bahn auf den Mietwagen umsteigt. Unterm Strich zeigt sich eine gewisse Stabilität. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, liegt der Anteil der Personen, die an einem durchschnittlichen Verkehrstag vom öffentlichen Verkehr aufs Auto umsteigen (oder umgekehrt), konstant bei 7 Prozent. Dieser Anteil darf im europäischen Vergleich als hoch bewertet werden und zeigt bereits die Vernetzungsfähigkeit dieser beiden Verkehrssys- teme auf. Ein anderes Bild zeichnet sich bei der Multimoda- lität ab. Multimodalität steht für die grundsätzliche Nutzung vieler Verkehrsmittel («multi modi»). In den letzten 20 Jahren hat sich der Anteil derjenigen mit Generalabonnement und Autoverfügbarkeit mehr als verdreifacht (siehe Abb. 3). Der Anteil an allen Verkehrsteilnehmern ist jedoch mit 3,5% noch gering. Es zeigt aber auch, dass Verkehrsteilnehmende die Tendenz haben, immer mehr «Verkehrs-Rollen» einzuneh- men. Während für den Arbeitsweg das Pendeln mit der Bahn bevorzugt wird, wird das Auto aber auch als Freizeitmobil für Familienausflüge genutzt. Aus Nutzersicht fahren Verkehrs- mittel nicht gegeneinander, sondern verstärkt nacheinander kombiniert. Trend 5: Doppelt so viele Carsharing-Mitglieder in 5 Jahren Dass Nutzen nicht gleich Besitzen heissen muss, zeigt in der Schweiz eindrücklich die Entwicklung der Ski- und des Snow- boardverleihs. Ebenso deutlich macht dies die Entwicklung von Carsharing-Mitgliedern in der Schweiz. Innerhalb von 5 Jahren haben sich die Carsharing-Mitglieder hierzulande verdoppelt, wenn auch der Anteil an den Führerausweisbesit- zern mit 3,2% noch gering ist. Die Schweiz gilt neben den USA, Grossbritannien und Deutschland als eines der Musterländer für Carsharing (siehe Abb. 4). Die Carsharing Genossenschaft Mobility hat ihren Gewinn im Jahr 2014 von 1,5 auf 3,7 Mio. Franken steigern können. Es ist das einzig gewinnbringende Unternehmen in dieser Sparte, während Car2Go von Daimler (Ulm und Hamburg), DriveNow von BMW/Sixt (München und Berlin), Quicar (Volkswagen) in Hannover und Multicity von Peugeot und DB Rent (Berlin) gerade den Break-Even erreichen oder noch Verlustgeschäfte sind. Auch das Interesse an Mitfahrgelegenheiten steigt. Daimler hat sich bei der Münchner Firma Carpooling mit acht Millionen Euro eingekauft. Dennoch kann anhand dieses Wachstums bei immer noch marginalem Anteil am gesam- ten Fuhrpark noch nicht von einer Reduzierung des privaten Fahrzeugbestands durch Carsharing-Mobile gesprochen wer- den, allenfalls von einer Ergänzung. Trend 6: Alternder Fahrzeugbestand trotz mehr Neuzulassungen, Diesel-Boom Eine weitere Entwicklung in der Schweiz ist der alternde Fahrzeugbestand. Moderne Fahrzeuge von heute haben eine sehr hohe Qualität, Betriebssicherheit und Dauerhaftigkeit. Kilometerleistungen von 250 000 ohne nennenswerte De- fekte sind normal. Der Baureihe 123 von Mercedes Benz, dessen Exemplare jahrzehntelang als Taxis eingesetzt wur- den und heute noch in Afrika und Nahost unterwegs sind, wurde bereits 1982 von der deutschen Autopresse eine Hinweis: CH 2005: 62’000 Teilnehmer, CH 2010: 120’000 Teilneh Quelle: D, USA, GB: Frost & Sullivan (Stand: 2011; USA: 2010) CH: Bundesamt für Statistik/Raumentwicklung – Mikrozensus Mob CHUSA GB D 400 170 120 190 8.2 3 2.7 5 Anzahl Te Anzahl C in Tausend Hinweis: CH 2005: 62’000 Teilnehmer, CH 2010: 120’000 Teilnehmer Quelle: D, USA, GB: Frost & Sullivan (Stand: 2011; USA: 2010) CH: Bundesamt für Statistik/Raumentwicklung – Mikrozensus Mobilität und Verkehr CHUSA GB D 400 170 120 190 8.2 3 2.7 5 Anzahl Teilnehmer Carsharing Anzahl Carsharing Fahrzeuge in Tausend Abb. 3: Multimodalität steigt deutlich Abb. 4: Carsharing Hinweis: Anteil an Bevölkerung ab 18 Jahren in Prozent. Verfügbarkeit Perso- nenwagen (PW) «immer» & Generalabonnement (GA)-Besitz. Quelle: Bundesamt für Statistik/Raumentwicklung – Mikrozensus Mobilität und Verkehr. Basis: Befragte Personen: 2010=54356; 2005=28481; 2000=25307; 1994=15686 Hinweis: CH 2005: 62000 Teilnehmer; CH 2010: 120000 Teilnehmer Quelle: D, USA, GB: Frost&Sullivan (Stand: 2011, USA: 2010) CH: Bundesamt für Statistik/Raumentwicklung – Mikrozensus Mobilität und Verkehr in Tausend Hinweis: Anteil an der Bevölkerung ab 18 Jahren in Prozent. Verfügbarkeit Personenwagen (PW) ’immer’ & Generalabonnement (GA)-Besitz Quelle: Bundesamt für Statistik/Raumentwicklung – Mikrozensus Mobilität und Verkehr Basis: Befragte Personen: 2010=54’356, 2005=28’481, 2000=25’307, 1994=15’686 20051994 2000 2010 1 1.2 2.4 3.5 PW & GA FACHARTIKEL ARTICLES TECHNIQUES34 STRASSEUNDVERKEHRNR.11,NOVEMBER2014 ROUTEETTRAFICNo 11,NOVEMBRE2014 Kilometerleistungen von 250000 ohne nennenswerte De- 400170120190 32.75 400170120190 32.75 2005199420002010 11.22.43.5 PW & GA

Seitenübersicht